Das Bokashieren dient dem «Überbrücken» von saftigem, organischen Material (wie Küchenabfällen) für die weitere Verwendung. Mit dem Material passiert eigentlich nichts, ausser, dass darin befindlicher Zucker von einem Mix an Mikroben (Milchsäurebakterien, Hefen, Pilze) zu Milchsäure abgebaut wird. Dadurch entsteht ein saures Milieu, wodurch andere Mikroben inaktiviert oder abgetötet werden – das Material ist somit vor dem Abbau geschützt. Vom Prozess her ist das Bokashieren vergleichbar mit einer Silage, wie man sie aus der Landwirtschaft kennt. Beim Silieren werden im Normalfall keine Mikroorganismen aktiv beigegeben – es wird mit den Mikroben gearbeitet, die im Ausgangsmaterial bereits enthalten sind. Die Bokashi-Zusatzstoffe enthalten eine gezielt komponierte Mikrobenmischung. Die Wirksamkeit dieser kostenpflichtigen Zusatzstoffe für Bokashi zugunsten der Bodengesundheit ist Gegenstand der Forschung.
Wie erwähnt wird das Material beim Silieren oder Bokashieren sauer. Nun ist das Endziel beim Bokashieren nicht der Nutztiermagen (wie bei Silage), sondern der Gartenboden. Mit sauren Bedingungen haben die meisten Pflanzenwurzeln Mühe. Um den pH des bokashierten Materials wieder anzuheben und Schäden an Pflanzenwurzeln im Erdreich zu vermeiden, wird das bokashierte Gut vererdet: Dazu wird es zum Nachreifen mehrere Wochen in (unbepflanzter) Erde belassen oder als stickstoffreiche Fracht einer Kompostierung zugefügt.
Es stimmt, dass der Stickstoff beim Bokashieren erhalten bleibt, weil er weiter im organischen Material eingebunden bleibt. Spätestens beim Nachkompostieren oder beim Vererden wird aber auch durch die Kompost- oder dann die Bodenmikroben mineralisiert. Stickstoffverluste sind also zu einem gewissen Grad unvermeidbar. Minimiert werden können sie beim Kompostieren durch:
- ausreichendes Bereitstellen von Luft in der Rotte (dies durch Beigeben von grobem Strukturmaterial wie Holzhäcksel und gelegentliches Lockern des Komposts), was der Lachgasbildung vorbeugt, und
- indem das Auswaschen von Nitrat verhindert wird (dies durch Zudecken des Komposts zum Schutz vor Niederschlägen).
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Zürich
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